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Reiseberichte aus AfrikaSenegal - Urlaub bei Freunden
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25.02.2008, 20:08
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Safari im Reserve de Bandia und der letzte Abend
ca. 65 km südöstlich liegt das Reserve da Bandia, ein vom deutschen Forstwirt Christian Dehring 1991 eingezäuntes, ca. 15.000 ha großes Gelände. Ziel war die Wiederherstellung der ursprünglichen Busch und Savannenlandschaft mit der früher typischen Tierwelt Senegals. 1997 wurde schliesslich der Park eröffnet. Auf unserer Pirschfahrt in offenen Jeeps sahen wir Giraffen, Gazellen, verschiedene Antilopenarten, Affen, Warzenschweine, Krokodile und Breitmaulnashörner. Teilweise sind diese Tiere aus dem einheimischen Bestand hervorgegangen, teilweise wurden sie aus den Nationalparks Namibias oder Südafrikas angekauft. Für mich war diese Pirschfahrt nicht unbedingt ein Highlight, da ich in Namibia, Südafrika und Botswana schon grössere Herden gesehen habe, aber Leute, die zum ersten mal in Afrika waren, waren trotzdem begeistert. Das einzige "Neue" für mich: wir näherten uns zu Fuß einem Nashorn, dass unter einer Baumgruppe weidete. Ist schon ein wunderschönes Gefühl, ohne Gitter oder beschützendes Auto sich einem Nashorn auf 10 m zu nähern.
Danach fuhren wir an die Petit Cote und sahen uns beim Vorbeifahren die Luxushotels und Luxusvillen der reichen Senegales bzw. Franzosen an.An einem kleinen, versteckten und nicht überlaufenen Strand machten wir Pause. Der Atlantik war an diesem Tag sehr aufgewühlt. Nur Hubert schaffte es die 3-4 m hohen Brecher zu überwinden, alle Anderen wurden immer wieder an Land gespült. Ich verkroch mich im Schatten, da ich bereits Schmerzen am linken Oberschenkel hatte und meine Knöchel schon stark angeschwollen waren.
Der letzte Abend in Senegal wurde natürlich noch einmal mit Musik und Tanz gefeiert. Alle senegalesischen Freunde waren natürlich mit von der Partie. Djiby Seydi unser Begleiter im Saloumdelta hatte seinen Schnupfen wieder auskuriert und schwang mit unseren Damen das Tanzbein. Marie Luise tanzte mit Alois und Samba, ein immer fröhlicher und lustiger, relativ kleiner Senegalese holte sich ebenfalls eine Dame nach der Anderen. Rose, eine junge hübsche Senegalesin, die wir alle sofort ins Herz schlossen, weil sie die Getränkeausgabe über hatte, stieß ebenfalls zu unserer Party dazu. Schade das durch meine Beine an tanzen nicht mehr zu denken war, mit Rose hätte ich gerne eine heisse Sohle aufs Parkett gelegt. Irgendwann gegen Mitternacht fielen wir dann alle in unsere Betten.
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25.02.2008, 20:45
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Alhamdulilah und der Abschied
Am letzten Tag fuhren wir in die Nachbarstadt Rufisque. Aber nicht mit unserem Bus sondern mit öffentlichen Verkehrsmittel. Es gibt im Senegal verschiedene Arten von Transportmitteln. Normale Taxis(das sind normale PKW's), sog. Buschtaxis (sind 7 sitzige Kombis - die erst fahren wenn alle Plätze voll sind) und die gebräuchlichsten Fortbewegungsmittel sind die Alhams, kurz für Alhamdulilah. Diese Mercedes Kastenwägen aus den 70iger Jahren sind sehr eng bestuhlt und immer überfüllt. Meist hängen an der hinteren Türe noch Trauben von Leuten oder sie nehmen am Dach Platz. Mit so einem Gefährt ging es heute die ca. 20 km nach Rufisque. Wir teilten uns in Vierergruppen und versuchten an der Haltestelle so ein Ding zu stoppen. Unser Samba war irrsinnig geschickt, und so waren wir die Ersten die einstiegen. Erich, Edda und Sissy hatten noch Platz beim Fahrer, Samba und ich quälten uns hinten rein. Ingeborg hatte uns am Vortag gesagt, man darf ruhig filmen und fotografieren, so filmte ich von hinten nach vorne den Innenraum des Busses. Das hätte ich lieber nicht getan. Auf einmal gab es ein Geschrei und Gezetere im Bus. Ich hab sofort die Kamera versteckt, aber ich glaub die hätten mich und Samba, der mich heftigst verteidigte, am liebsten gekillt. Eigentlich war es nur eine Frau, die damit begann, aber bei Afrikanern artet das scheinbar aus. Mit der Zeit beruhigte sich das Ganze und wir konnten die Fahrt richtig erleben. Wenn jemand aussteigen will, klopft er einfach mit einer Münze oder sonst einem Metallstück gegen das Blechkleid, und der Bus hält. Mit der Zeit bekamen auch Samba und ich einen Sitzplatz, aber der war so eng, dass sogar das stehen bequemer ist. Die Fahrt in diesem für uns völlig fremden Gefährt war ein Erlebnis und irgendwie zu kurz.
In Rufisque angekommen stiegen wir vom Alham auf ein ebenfalls sehr beliebtes Kurzstreckentaxi um, einem Pferdekarren. Wir, besser gesagt Samba, handelten den Preis für eine Stadtrundfahrt aus und dann ging es los. Samba kennt Rufisque wie seine Westentasche, darum zeigte er uns Winkeln der Stadt, in die die Anderen gar nicht kamen. Am Hafen kamen wir gerade zurecht, wie die Fischer ihre Netze mit viel Gesang und Schwung zusammenlegten. Wir kamen an Garküchen vorbei, wo wir mitten unter den Einheimischen Fleisch und Fischgerichte assen und er zeigte uns das ehemals reiche Rufisque. Getrübt wurde das Erlebnis nur durch unser Pferd - es hatte Blähungen.
Am Nachmittag hiess es Kofferpacken und Verabschieden. In einer festlichen Zeremonie wurden wir genauso herzlich verabschiedet wie wir begrüsst wurden. Vor allem Alioune und Mamadou nutzten diese Gelegenheit für einen Erfahrungsaustausch bzw. sie wollten von uns Tipps, was sie besser machen sollten bzw. was für Ideen wir hätten.
Um ca. 20:00 Uhr wurden wir von unseren Freunden noch zum Flughafen begleitet, wo wir uns dann "Auf Wiedersehen" sagten.
Fazit: es war eine Reise ins ungewisse, die als Titel "Senegal zu Gast bei Freunden" hatte und als Ziel, Land und Leute kennenzulernen. Dieses Ziel wurde sogar übertroffen, wir haben nicht nur Land und Leute kennengelernt, nein, wir haben Freunde gefunden und ein Land lieben gelernt. So freundliche Menschen wie hier im Senegal, einem der ärmsten Länder der Welt, gibt es selten.
Senegal - ich komme wieder!
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25.02.2008, 21:13
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Nachwort
Dieser Reisebericht ist im Krankenhaus, in das ich einen Tag nach der Rückkehr aus Dakar eingeliefert wurde, entstanden. Hier hatte ich Zeit, meine frischen Eindrücke aus dem Gedächtnis heraus niederzuschreiben. Ich werde diesen Bericht zuhause evtl. überarbeiten und Fotos einfügen.
Ich hoffe dieser Bericht gefällt Euch trotzdem und verbleibe bis bald
lg nf
PS:
Die Schmerzen im linken Oberschenkel und die Schwellungen in beiden Knöcheln waren so arg, dass ich in Brüssel kaum mehr gehen konnte. Die Erstdiagnose, eitriger Rotlauf mit Lymphgefässstau und Thrombosen in beiden Beinen, bewahrheitete sich Gott sei Dank nicht. Thrombosen wurden nicht festgestellt und auch die Lymphgefässe sind in Ordnung. Das ich eine Rotlaufattacke hatte, die durch die Nichtbehandlung mit Antibiotika ziemlich heftig war, muß ich zur Kenntnis nehmen. Heute habe ich die letzte von 16 Infusionen bekommen und morgen darf ich das Krankenhaus wieder verlassen.
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