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Zitat von zweiherzen
Vielleicht handelt es sich ja um den gleichen Mann. Bin neu hier und Du kannst meine Antwort an Monikaa in den nächsten 24 Stunden lesen. Bin echt neugierig ob es ein und dieselbe Person ist. Würde gerne mehr erfahren. Bitte melde Dich.
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Hallo Sabine und Amira,
die Threadstarterin Monika hat sich seit dem 17.01.09 nicht mehr in diesem Forum angemeldet und ob sie noch anonym mitliest, lässt sich nicht feststellen. Ich denke aber, dass Eure Erfahrungen und Bedenken wichtig für sie sein könnten. Es gäbe noch die Möglichkeit, ihr über das Forum eine sog. "PM" (private message) zu schicken. Die Forensoftware würde sie dann über ihre private e-Mailadresse verständigen - vorausgesetzt, dass sie diese Funktion in ihrem Profil aktiviert hat. Es wäre immerhin eine Chance, sie vor einer möglichen großen Dummheit zu bewahren.
Im Übrigen glaube ich nicht, dass es sich bei diesem dubiosen "US-Bürger" unbedingt um den gleichen Mann handeln muss. Aber Nigeria hat sich schon seit Jahren den zweifelhaften Ruf erworben, die Brutstätte ausgetüftelter Betrugsmanöver zu sein. Es hat sich schon zu einer "Industrie" entwickelt, in der weitverzweigte Banden aktiv sind und ständig neue Maschen austüfteln. Scheinbar werden diese auch immer raffinierter und glaubwürdiger, sonst gäbe es diesen Thread nicht. Die Uralt-Masche, bei der ein "enterbter Ölprinz" per e-mail darum bittet, ihm bei der "Rettung" eines Millionenbetrags behilflich zu sein, indem man ihn auf dem eigenen Konto zwischenlagert und dafür eine wenigstens fünfstellige "Belohnung" versprochen bekommt, hat scheinbar nicht so recht gezogen und ist deshalb kaum noch in Gebrauch, weil die Absicht zu durchschaubar war. Wohl weil die verlangte Vorauszahlung angeblicher "Gebühren" etwas sehr hoch gegriffen war. In den 90er-Jahren haben aber viele von uns solche Mails erhalten und (hoffentlich) nicht darauf reagiert.
Der Begriff "Nigeria Connection" hat auch längst schon Eingang in die Kriminalistik gefunden, wovon diverse Artikel zeugen; z.B.
hier (Link). Laut diesem Artikel kann die Nigeria-Connection auf eine gute Viertelmillion (250.000) "freie Mitarbeiter" zurückgreifen, um ihre "
Vorschussbetrug" (Link) genannten Aktionen in Massen durchzuziehen. Daher ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass es sich bei Euren "Bekannten" um den gleichen Mann handelt; Darsteller sind ja offensichtlich reichlich vorhanden.
Mit dieser "Ausreisegebühr" wird also eine neue Runde in Sachen Vorschussbetrug eingeleitet. Leider schweigen sich diejenigen, die schon auf einen "Nigeria-Scam" reingefallen sind, aus Scham aus - verständlicherweise. Andererseits ist es schade, weil eine genaue Beschreibung der Vorgehensweise - und vor allem deren Veröffentlichung - viele andere vor solchen Betrügereien bewahren könnte. Schön wäre es, wenn man alle weltweit gesammelten Erfahrungen (solche gibt es auch außerhalb Nigerias, das in dieser Sache allerdings Weltrekordverdächtig ist) in einer Art Scam-Datenbank veröffentlichen würde. Das könnte ein wesentlicher Beitrag dazu sein, diesen Gangstern gründlich in die Suppe zu spucken.
Vielleicht kann sich ja eine von Euch dazu überwinden zu erzählen, wie es zu dieser "Bekanntschaft" kam und was sich dabei im Einzelnen abgespielt hat. Ich spekuliere mal: der "US-Bürger" afroamerikanischer Herkunft tummelt sich in irgendwelchen Kontakt-Portalen auf der Suche nach gutgläubigen Frauen, gibt sich ungemein charmant und becirct die Damen auf das Heftigste. Hat der Online-Flirt ein fortgeschrittenes Stadium erreicht und den Wunsch auf ein persönliches Kennenlernen geweckt, wird dieses in naher Zukunft in Aussicht gestellt. Praktischerweise muss der Herr ja demnächst auf eine Geschäftsreise nach Nigeria und könnte auf dem Rückweg noch schnell einen Abstecher nach Europa einschieben, um der in freudiger Erwartung seiner harrenden Dame die Aufwartung zu machen. Dummerweise kommt dann aber was dazwischen, weil die bösen nigerianischen Behörden plötzlich eine Ausreisesteuer in vierstelliger Euro-Höhe erfunden haben und deren Begleichung in Cash (das er nicht mit sich führt) fordern ...
Ich hoffe, ich bin mit dieser ausgedachten Geschichte keiner von Euch zu nahe getreten, würde mich aber nicht wundern, wenn es wirklich so gelaufen ist. Die Nigeria-Connection ist äußerst phantasiebegabt. Seid also vorsichtig und überweist diesen Armleuchtern keinen Cent ...
Gruß
Tom Yam
Nachtrag: in dem oben verlinkten Wikipedia-Artikel wird auch ein sog. "Internet Love Scam" als Beispiel genannt. Ich denke, das passt exakt auf Eure Situation.